Mispel 1

bewusst! leben – Blog

Gabriele Zach

Mispeln – Das Aroma kommt nach dem Frost

Im Mittelalter waren die goldbraunen – Steinäpfel genannten – Früchte heiß begehrt, heute sind sie fast in Vergessenheit geraten.

Die Mispel stammt ursprünglich aus Westasien und war bei uns in Europa bereits vom Mittelalter weg bis vor 100 Jahren aufgrund ihres gesundheitlichen Wertes sehr beliebt.

Wobei diese Frucht wie kaum eine andere polarisiert, entweder mag man sie oder gar nicht. Ich gehöre auf alle Fälle zu ersteren.

Mispelbäume

Kleine, fast strauchartige Obstbäume mit äußerst langsamen Wachstum. Wunderschön sind im Mai/Juni ihre außerordentlich großen Blüten anzusehen, welche sehr lange blühen und jedes Herz erfreuen.

Früchte

Sie sind besonders reich an Vitaminen und Mineralstoffen. Hervorheben möchte ich Vitamin C, Magnesium, Kalium, Kalzium, auch enthalten sie reichlich Stärke, Pektine und Gerbstoffe.
Besonders die Gerbstoffe lassen frisch geerntete Mispeln sauer, herb und bitter erscheinen.

Der Frost entfaltet erst das Aroma

Der Zuckergehalt steigt erst nach dem ersten Frost, die Früchte werden nun weich und teigig, das Aroma entfaltet sich wunderbar fein, fast nicht zu beschreiben. Nun sind sie roh bekömmlich.

Farbenspiel bis zur Ernte

Anfangs ist die Farbe der Früchte grün, im Herbst wechselt sie dann auf goldgelb, goldbraun und im essfertigen Zustand ist sie braun.

Geerntet werden kann ab Oktober, doch ist es üblich, die Mispeln auch nach dem Laubabfall noch auf den Bäumen zu lassen und den Frost abzuwarten. Bei vorzeitiger Ernte müssen sie bis zur Vollreife mindestens 4 Wochen gelagert werden.

 

Verwendung von Mispeln

Im vollreifen Zustand können Mispeln u.a. zu leckeren Marmeladen, Säften, Chutneys, Kompotten oder zu Mus verarbeitet werden.

Meine Empfehlung

Ich bevorzuge die rohen Früchte, entweder – wenn man mag – mit der Schale verzehren oder die etwas kompliziertere Variante des Abschälens wählen.

Jeden Tag 3 Früchte und ein Teil des täglichen Vitamin-/Mineralstoffbedarfs ist mit einer heimischen Frucht abgedeckt!

Mispelmus

Zum Einkochen oder Einfrieren

Zutaten:
1000 g reife Mispeln
50 g Rohrzucker
Saft einer Zitrone

Zubereitung:
Vollreife Mispel waschen und in etwas Wasser (ich nehme lieber einen frisch gepressten Apfelsaft) langsam weichkochen, dies dauert max. 10 Minuten. Anschließend die weichen Früchte durch die flotte Lotte passieren.Alle Zutaten gut verrühren, bis der Zucker aufgelöst ist.

Fürs Einfrieren muss die Masse nicht mehr aufgekocht werden, einfach in kleine Becher/Gläser füllen und einfrieren.

Bei der Einkoch-Variante wird die Masse einmal erhitzt und heiß in die vorbereiteten Gläser gefüllt. Backrohr auf 160° erhitzen, Backblech 1 cm mit Wasser befüllen, Gläser für 30 Minuten reinstellen. Ausschalten und im Rohr auskühlen lassen.
Rezept

Mispelkäse

Zutaten:
1400 g reife Mispel
50 g Zucker
Saft einer Zitrone

Zubereitung:
Mispeln waschen, in einen Topf geben und bei schwacher Hitze weichkochen. Alternativ die Früchte auf ein Blech legen und im Rohr bei etwa 100° 20 Minuten weichgaren.
Die weichen Früchte durch die Flotte Lotte passieren.
Das so gewonnene Mus abwiegen (sollte 1000 g ergeben) und 1/20 Zucker und den Zitronensaft beifügen. Alles in einem Topf unter ständigem Rühren kurz aufkochen.
Backblech mit Backpapier auslegen und Mispelmus gleichmäßig verteilen. Im Backrohr bei 60° 3-5 Stunden trocknen. Wichtig dabei ist, dass das Backrohr mittels eines Kochlöffels einen Spalt geöffnet bleibt, damit die Feuchtigkeit aus dem Rohr abziehen kann.
Sobald der Fruchtbrei trocken ist, diesen in Rauten schneiden und in einem Glas luftdicht verschlossen aufbewahren.
Rezept
Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on pinterest
Share on whatsapp
Share on xing
Share on email
Share on skype
Share on print